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Beobachtungsbericht   25./26.10.2008
Die Spitze des Edelweiss

    Beobachter: P. Surma
    Datum/Zeit: 25./26.10.2008, 21:00 - 3.30 MESZ
    Ort: EDWS
    Kollegen: Sabine W., Uwe Glahn, Friedl Lamprecht

    Sonne: Sonnenuntergang 18:10 MESZ
    Astronomische Dämmerung (Ende/Anfang): 19:44 / 6:00 MESZ
    Mond: kurz vor Neumond (8%), Aufgang 4:48 MESZ

    Wetter: Wolkenlos, windstill, trocken
    Temperatur: 0° bis -4°C
    Atmosphäre: Seeing sehr gut
    Himmel: max 21.7 mag/sas, 2. Nachthälfte schlechter: ab 1h um die 21.55 mag/sas (SQM-L)

    Teleskop: 20" f/4 Dob
    + 6" f/5 Newton Bigfinder,
    10x50 Feldstecher
    Montierung: Dobson (manuell)
    Filter: Astronomik UHC, OIII, Hβ
    Okulare:
    (Dob /
    Finder )

    f 31mm 20mm 13mm 9mm 5mm
    AP 7.8mm 5mm 3.3mm 2.3mm 1.3mm
    V 65x 100x 155x 225x 400x
    Feld 1.25° 0.8°
    50'
    0.5°
    30'
    0.36°
    22'
    0.2°
    12'
    Maglimit 15.8m 16.5m 16.9m 17.1m 17.0m






    AP 6.2mm 4.0mm 2.6mm 1.8mm 1.0mm
    V 24x 38x 58x 83x 150x
    Feld 3.4° 2.2° 1.4° 1.0° 0.55°
    33'
    Maglimit 13.6m 14.1m 14.5m 14.7m 14.9m


    Objekte: Diffuse Emmisionsnebel (Neb):
          Cirrus, Nordamerika + Umgebung, Pelikan, Pacman, M42 + Running Man, Barnard's Loop, Rosette, California, IC434 + Pferdekopf
    Dunkelnebel (DN):
          Barnard's DN, DW bei M39, LDN 1036 et al., Cepheus-Flare, Pferdekopf
    Galaxien (Gx):
          IC 1613, M31 + M32 + M110, M33, UGC 330, NGC 404
    AGN (Quasare, Seyfert, BL Lac):
          -
    Cluster (GxCl) + Gruppen (GcGrp)
          Perseus-Cluster
    Planetarische Nebel (PN):
          M1, M27, M57
    Planeten + Monde:
          Jupiter
    Sternhaufen:
          M11, M39, M45, Hyaden, h+ χ Persei, M37/38/39, M13, M15, Mayall II (M31-GC), M35 + NGC 2157
    Sterne:
          LBVs in M33 (Versuche)
    Anderes:
          Zodiakallicht, Gegenschein, Breite der MW


    Bilder der Objekte: © STScI Digitized Sky Survey.    Alle Daten + Zeiten (in MESZ) aus Guide 8.0.
    Klick auf die Nummer in der Übersicht springt zu dem Objekt. Klick auf das CrossRef -Symbol vor jedem Objekt springt auf eine Seite mit zusätzlichen Links + Infos. Maglimits der Okulartabelle sind gerechnet  für optimale Bedingungen im Zenit und fst 6.5m. Meine subjektiven Highlights der Nacht sind gelb markiert.


Nacht im Hochgebirge
Blick nach Südwesten um 22:45 MESZ

Bildmitte: Nordamerika-Nebel + Deneb, rechts unterhalb der Mitte: Wega,
oben in der Milchstrasse: Cassiopeia, links davon M31 Andromeda
Aufnahmedaten: 110° x 70° Feld, f=14mm, f/5.6, 30sec, 3200 ASA


Übersicht

    (1)   Ein Ausichtspunkt in 2500m Höhe
    (2)   Touristen-Attraktionen
    (3)   Cepheus/Polaris Flare (DN, Cyg-Cep-UMi)
    (4)   Zodiakallicht und Gegenschein
    (5)   IC 1613 (Gx, Cet/Psc)
    (6)   Mayall II / G1 - Kugelsternhaufen in M31 (Gx-GC, And)
    (7)   Andromeda M31 (Gx, And)
    (8)   M33 und NGC 604 (Gx, Tri)
    (9)   Der LBV 'Var B' in M33 (M33-LBV, Tri)
    (10)   IC 434 und Pferdekopf-Nebel (DN, Ori)
    (11)   Barnard's Loop (Neb, Ori)
    (12)   M42 (Neb, Ori)
    (13)   M1 - Crab (PN/SNR, Tau)
    (14)   Ein paar Rausschmeisser vor dem Zubettgehen
    (15)   Resumee zum Beobachten in den Hochalpen

    (n)   Impressionen am Morgen

Diskussions-Threads zum Bericht

Einführung

    Ein Hochgebirgsplatz gilt als das Beste vom Besten was astronomische Beobachtungen angeht. Und das wollte ich heute doch endlich mal ausprobieren - am Grossglockner ! Ich war auf Besuch in der Salzburger Gegend und hatte den Dob (vorsichtshalber :-) dabei. Und wirklich sah die Wetterlage gut aus. Sabine war mit in Salzburg und so verbrachte ich den späten Nachmittag hauptsächlich damit, auf sie einzureden, dass das doch eine Super-Gelegenheit sei, und sie mitkommen solle und warum denn nicht und wieso denn etc etc. Unglaublicherweise konnte sie sich doch tatsächlich aufraffen, trotz der Aussicht die (Reste der) Nacht dann im Schlafsack im Auto verbringen zu müssen.

    Und im Nachhinein betrachtet, sagt selbst sie: Es war wirklich eindrucksvoll - vor allem die Aussicht am Morgen (s.u.) !

    Naja, ich werde wohl nie verstehen, warum die Spiralarme von M33 nicht eindrucksvoller sind ... :-)

Beobachtungen

    (1) Ein Ausichtspunkt in 2500m Höhe

    CrossRef
                           
    Unsere Anfahrt von nahe Salzburg ins Glocknergebiet dauert gut 1 1/2 Stunden. Die Serpentinen zum Schluss kosten auch nochmal Zeit. Deshalb kommen wir erst nach 20h auf dem Gipfel-Parkplatz an. Etwas spät, ich hab beim Hochfahren schon einige Gewissensbisse wegen der (wahrscheinlich anwesenden) Kollegen, denen wir in die schon beendete astronomische Dämmerung reinplatzen ... Sorry, sorry ! Ich sag noch zu Sabine, dass sicher Uwe Glahn oben sein wird, und ... so ist es tatsächlich ! Wirklich nett, sich endlich mal persönlich kennenzulernen ausserhalb der Webforen :-). Ausserdem ist noch sein Kufsteiner Kollegen Friedl da, beide standesgemäss mit grossen Dobsons bewaffnet.

    Der Beobachtungsplatz hier oben auf dem planierten Gipfel ist super - der Rundblick grandios ! Man sieht die teilweise schon (oder besser: noch) verschneiten Gipfel, dazu praktisch rundum Horizontsicht bis h=0°. Der Horizont ist - wenn überhaupt - dann nur in geringe Höhen aufgehellt, vor allem ein bisschen in Richtung Norden (Zell am See). Aber das stört keineswegs. Der Himmel ist - selbst schon nach kurzer Dunkeladaption - sehr beeindruckend, deutlich jenseits der magischen 21.4mag/sas (die ich im Schwarzwald öfter habe), das sieht man gleich. Die Milchstrasse ist natürlich sofort mit Struktur und bis 10° über dem Horizont deutlich zu sehen. Ich hatte erwartet, dass es windig und sehr kalt sein würde. Aber ich bin angenehm überrascht: absolut kein Lüftchen regt sich und es ist - relativ zum Beobachtungsplatz auf 2500m Höhe gesehen - sehr mild. Knapp über Null Grad - später in der Nacht geht es auf wenige Grad unter Null runter und das Schmelzwasser auf dem Parkplatz gefriert. Aber für die Jahreszeit und die Lage, wirklich ideale Verhältnisse.

    Der Aufbau des Dobs erfolgt am Südende des Parkplatzes aufgebaut und nach einer guten 3/4 Stunde kann es endlich losgehen. Da ich heute Sabine dabei habe (Ostern + Weihnachten fiel wohl auf den gleichen Tag, und sie hat sich gnädig überreden lassen!), muss ich auch 'ne ordentliche Show abziehen und ihr erstmal die ganzen Highlights am Himmel zeigen. Richtig unrecht ist mir das auch gar nicht, weil ich unter solchen Bedingungen den 20-Zöller auch noch nie benutzt habe. Da ist man neugierig, wie die Objekte bei diesen Verhältnissen aussehen... Zusätzlich zum 20-er Dob haben wir parallel den 6" Bigfinder-Newton montiert, durch den wir auch immer wieder tolle Richfield-Blicke (3.4°) werfen können- genial bei den Grossobjekten. Super dabei ist, dass zwei Leute parallel schauen können: als 'Guide' kann man im Bigfinder über die Objekte hinwegfahren und erklären während der andere am Dob-Okular hängt und sich die Details ansieht. Dieser Setup macht sich für's Showbiz also absolut hervorragend ! Ein paar Meter weiter stell' ich noch meinen 10x50 Feldstecher (6.5° Feld) aufs Stativ mit Neigekopf. Das liefert das dann recht angenehme Beobachtungsmöglichkeiten und tolle Übersichten...

    So hupf ich dann immer hin und her und stelle ein Objekt nach dem anderen ein, damit's der Frau auf keinen Fall langweilig wird und das Rumgemaule nicht zu früh anfängt ...:-)

    (2) Touristen-Attraktionen

    CrossRef
                           
    Zunächst bewahrheitet es sich tatsächlich, dass man angesichts der vielen Sterne beim Aufsuchen irritiert sein kann. Sternbilder die normalerweise relativ schwache Sterne besitzen, gehen hier oben viel eher in der Fülle der Sterne unter. Dennoch finde ich aber den Grossen Wagen ... :-)

    Wir fangen an, uns die wichtigesten Knaller-Objekte des (langsam scheidenden) Sommerhimmels anzuschauen - später kommen auch dann schon die Herbst und Winterobjekte:

    • M11 - Wir fangen im Feldstecher erstmal mit M11 und der Schildwolke im Westen an. Die Milchstrasse ist unglaublich prominent zu sehen. Und Dunkelgebiete sind wirklich sehr markant zu erkennen !
    • M13 - tierisch gross und sternreich
    • M57 - der bekannte Ringnebel (Uwe hat ihn in dieser Nacht eingehend beobachtet + gezeichnet - hier sein sehr interessanter Bericht).
    • M27 - deutlich eindrucksvoller als der Ringnebel, auch mit mehr Details (Helligkeitsvariationen, Sterne im Nebel (Struktur). Hier vergleichen wir auch mal die Ansichten in FS, Bigfinder + Dob: das grosse Feld im BigFinder ist beeindruckend, weil M27 plastisch im sternerfüllten (Milchstrasse !) Raum zu schweben scheint. Im Dob wie gesagt tolle Details - selbst Sabine ist begeistert.
    • M15 - Auch sehr eindrucksvoll, der zentrale Cusp ist sichtbar und wird erläutert. An M15 wird auch sichtbar, dass das Seeing heute genauso (hervorragend) gut ist wie vor einigen Wochen in SCHL !
    • Barnard's Dunkelnebel im Adler - die drei Finger ganz klar abgesetzt schon im FS zu sehen. Im BigFinder auch sehr klar abgesetzt bei vollem Feld.
    • Nordamerika - NGC 7000 steht abgefahren klar im BigFinder mit OIII Filter ! Absolut wortwörtlich 'wie ein Foto' ! (nur die Farbe fehlt). Das grosse Feld tut ein übriges. Klasse als Show-Objekt natürklich auch, weil jeder die Form sofort erkennt. Im Feldstecher (ohne Filter) fällt mir noch folgendes auf: es sieht gar nicht so aus, als ob NGC 7000 das eigentliche abgegrenzte Objekt sei. Vielmehr ist die Sterndichte in der gesamten Gegend so hoch, dass man den Eindruck hat man habe über viele Grad hinweg ein gleichmässig helle Fläche (in der Sterndichte) und darauf lägen Dunkelwolken, die die Sterne verdecken. Der NAN tritt eher in den Hintergrund, die Objekte sind die Dunkelwolken ! Und wenn man mal von der Wasserstoff-Emission absieht (kein Filter) ist dies auch völlig richtig !
    • Pelikan - Auch IC 5010 ist im BigFinder/31mm/OIII sehr gut zu sehen. Der offene Schnabel, der sehr helle Hinterkopf. Sabine hat hier deutlich mehr Schwierigkeiten bei der Formerkennung (die hellen + dunklen Nebel sieht sie natürlich). Klar, die Form ist wesentlich abstrakter.
    • Cirrus Wirklich fantastisch ! So gut hab ich persönlich den Cirrus noch nie gesehen. Vor allem die feinen + sehr scharf begrenzten 'Fasern' die im Nebel auftauchen sind wirklich erstaunlich !!! Sabine fährt den Dob selber und schaut sich im 20mm Okular die Details an. Auch 'Dali's Eselskopf' (Ostteil, Südende) ist fantastisch anzusehen.
    • OCs M36/37/38 in Aur - Ein Blick im FS und im Bigfinder über dieses Gebiet, das sich ja auch mitten in der Wintermilchstrasse befindet. Im FS passen die 3 OCs fast in ein Gesichtfeld...
    • h + χ Persei - ... dürfen natürlich auch nicht fehlen. Erst im FS, dann BigFinder, dann Dob. In diesem Sternfeld fällt mir immer wieder auf, dass die Sternverteilung unregelmässig aussieht und Löcher zu haben scheint. Sicherlich auch Dunkelwolken ...!
    • M45 - Klassisch.
    • Hyaden - Mehr als klassisch, aber oft vernachlässigt: astrophysikalisch einer der wichtigsten Sternhaufen überhaupt - an Ihren 46.34+/-0.27 pc Entfernung hängt die gesamte Entfernungsskala des Universums !
    • DNs im Schwan und Cocoon - Ich gebe Sabine den FS in die Hand und rate ihr die Milchstarsse im nördlichen Cygnus mal durchzumustern. M35 hat sie dann bald entdeckt, und dei vielne Löcher rundherum. Dann auch gleich den langen Schlauch zum Cocoon-Nebel. Und den Nebel selbst ! Er ist ja eigentlich oft schwächlich - aber heute - selbst im FS zu sehen !
    • M33 - In M33 sieht selbst Sabine ohne Probleme im Dob + 20mm die Spiralarme. Wie man sich's vorstellt ! Am nördlichen Ende des einen Arms dann natürlich auch den 'Wattebausch' NGC 604, die riesige HII Region (ich schau später nochmal dort vorbei).
    • M31 - M31 ist erstklassig im Feldstecher zu sehen. Ich erinnere mich nur im Südschwarzwald ähnlich gute Ansichten gehabt zu haben. Bei diesem Himmel ist schon im Feldstecher der Anblick wie auf guten Fotos (f=50...100mm KB) ! Die Scheibe ist richtig leuchtend sichtbar. Noch besser natürlich im BigFinder, wo Andromeda fast das ganze Gesichtfeld ausfüllt ! Im Dob sofort die beiden Staubstreifen scihtbar, Sabine mault aber, wie was soll ich sehen ? :-) Dafür fahren wir parallel in Dob + BigFinder die Gx-Begleiter ab: M32 und M110. Nochmal erweist sich der BigFinder als hervorragend geeignet als Demo-Fernrohr !
    • M1 - Der Crab ist zwar oft schwächlich, aber heute doch gut zu sehen. Die Story von 1054 wird erzählt (SN Explosion, Beob. durch Chinesen) und dass ich schonmal in Sky & Teleskop aus zwei Aufnahmen von Crab das ungefähre Explosionsjahr ausgerechnet habe ... :-)

    Gegen 22:30 Uhr haben wir die wichtigste Prominenz am Himmel durch und Sabine springt ins Auto und in den (hoffentlich warmen) Schlafsack. Es ist jetzt auch schon deutlich kälter geworden und das über den Parkplatz gelaufene Schmelzwasser ist wieder gefroren.

    Ich futtere jetzt erstmal eine Packung Kekse + Schokolade, dazu erstmal mindestens 'nen 1/2 Liter Schwarztee, den ich jetzt schon wirklich gut gebrauchen kann... Dann schiesse ich - zur Entspannung - noch ein paar Fotos (Stativ, ohne Nachführung). Unter anderem zu meiner 'Entdeckung' vom letzten Mal, dem 'Cepheus/Polaris Flare'...

    (3) Cepheus/Polaris Flare (DN, Cyg-Cep-UMi)

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    Die Milchstrasse ist sehr gut + differenziert zu sehen. Deshalb checke ich nochmal meine Beobachtung vom 27.8.2008: die Dunkelwolke auf einer S-förmigen Linie Cyg-Cep-Polaris. Und sie ist einwandfrei und recht einfach zu sehen, der Himmel hat dabei ca. 21.6mag/sas (zur Einschätzung: der Gegenschein ist gut sichtbar) ! Ich spreche auch nochmal mit Uwe darüber. Er sieht die Struktur natürlich auch und meint er kenne sie schon einige Zeit, unter dem Namen 'Polaris Flare'.

    Ich denke mir, man könnte zumindest versuchen, die Struktur mit der Kamera zu erfassen, und - wie sich zuhause dann herausstellt - es klappt tatsächlich mit dem 50mm Objektiv: unten das Foto (auch in höherer Auflösung) mit und ohne Sternbilder-Overlay. Sehr prominent ist die dunkle Lücke in der MW links unten zu sehen, dort steht auch M39 (siehe Overlay) - und diese Lücke führt dann Richtung WSW auf den bekannten schmalen Dunkelschlauch zu Cocoon (IC5146). Südlich des Cepheus sieht man noch einen Andeutung von IC 1396 und eine Vorlappung der Milchstrasse in den östlichen Cepheus. Westlich des Cep ist es jedoch ziemlich duster, der Cepheus Flare schlingt sich hier um den Cep herum , schwenkt dann entlang des Cep-Daches nach Norden und von dort spitz auf Polaris zu. Zum Vergleich kann man sich auch nochmal die Skizze/Karte aus dem BB vom 27.8.2008 ansehen.

    Getriggert durch die Diskussion des letzten Beobachtungsberichts im Web (Thanks, Robin ! :-) habe ich nochmal genauer nachgeforscht und bin auf das Paper von Heithausen + Thaddeus (1990) gestossen. Hier löst sich auch das Nomenklatur-Problem: der Cepheus-Flare (den Altvater Hubble wohl schon 1934 so benannt hat) setzt sich in nördlicher Richtung fort und geht in den - von den Autoren so genannten - 'Polaris Flare' über (siehe Fig. 2 ihres Papers). Also schlage ich für die gesamte Dunkelstruktur jetzt mal souverän den Namen Cepheus/Polaris-Flare vor :-).

    Die CO Beobachtungen (Moleküllinien) der beiden Astrophysiker aus Bonn + vom CfA zeigen, dass sich alleine hinter dem Polaris-Flare eine grosse Molekülwolke von 5500 Sonnenmassen verbirgt, ca. 30 pc im Durchmesser und etwa 250 pc entfernt. Der Stern α UMi = Polaris befindet sich wahrscheinlich schon in/hinter der Wolke ! Der Cepheus-Flare ist ebenfalls für massive Molekülwolken bekannt. Die gesamte Struktur ist ein prominentes Staubfeature am Himmel, siehe auch Fig. 7 auf S. 541 von Schlegel et al. (1998) (Robin, danke für den Hinweis). Weitere Infos finden sich im Beobachtungsbericht vom 27.8.2008.

    Milchstrasse+ Dunkelwolken vom nördlichen Cygnus (links unten)
    über Cepheus (Mitte) bis Polaris (rechts oben), Feldgrösse ca. 40° x 26°
    Gross / Gross+Overlay (Overlay aus Guide 8.0)
    Aufnahmedaten: stehende Kamera, f=50mm, f/2.8, 30sec, ISO 3200


    (4) Zodiakallicht und Gegenschein

    Etwa zu dieser Zeit fällt mir auch auf, dass es vom Osten her kommend ein flach Richtung Süden verlaufendes, ganz leicht helleres Band zu sehen ist. Zuerst denke ich an leichte Cirren, und rede mal mit Uwe nebenan drüber. Dann ist gleich klar, da läuft ja der Tierkreis lang: Zodiakallicht. Ach stimmt ja ! Eine Stelle im Aries fällt mir als besonders hell auf: das ist der Gegenschein. Später schau ich nochmal in Guide nach, genau 180° zur Sonne - derzeit also im Widder. Passt ! Den Gegenschein hatte ich doch glatt noch nie gesehen ! Und auch während der Nacht wandert 'die helle Wolke' mit der Himmelsdrehung mit, stimmt also alles, und vor allem Entwarnung: es sind keine Cirren ! :-).

    (5) IC 1613 (Gx, Cet/Psc)

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    IC 1613 ist eine diffuse Zwerggalaxie die zur Lokalen Gruppe gehört. Im Vergleich zu anderen 'fuzzies' der LG wie z.B. NGC 6822 ist sie nochmal einen Kick diffuser. Während es Barnard's Galaxy zumindest noch auf eine mittlere Flächenhelligkeit von SBv = 21.4mag/sas bringt, ist IC 1613 nochmal 1.4mag schwächer: SBv = 22.8mag/sas. Von der Galaxie kommen im Mittel also 3x weniger Photonen als vom Himmel (zum Zeitpunkt der Beobachtung ca 21.6mag/sas) selber. Mal sehen ob das geht ?!

    Die Gegend in den Fischen (Grenzgebiet zu Cet) ist mit makanten Sternen nicht gerade übersät, aber es geht - der charakteristische Sternbogen δ - ε - ζ - μ - ν - α Psc ist doch ein guter Anhaltspunkt. Im Bigfinder sind die umgebenden Sterne leicht zu identifizieren, ein 7.2mag Stern ist im Norden nur 11' entfernt (siehe DSS Bild), aber die Galaxie sehe ich dennoch nicht. Das habe ich allerdings auch nicht erwartet. Im 20mm + 13mm Okular am Dob ist sie allerdings dann doch bald auszumachen. Einige 10mag Sterne rahmen ein aufgehelltes Gebiet ein, das zwei Teile zeigt: im SW eine etwas grössere + diffuse Fläche, dann nach einem dunkleren Streifen im NO ein zweites Gebiet, das konzentrierter scheint. Beide Teile sind doch deutlich wahrnehmbar, selbst ohne extreme Verrenkungen. Bei indirektem Sehen meint man besonders im dichteren NO-Teil sogar Andeutungen von Struktur (Mottling) zu erkennen.

    Es ist ganz interessant sich Papers zur Photometrie von IC1613 anzusehen, ein gutes Paper ist das von Wendy Freedman (1988): 'BVRI CCD photometry for IC 1613'. Auch dort wird die Sternpopulation in zwei markant verschiedenen Gebieten untersucht: im diffuseren SW-Teil von IC 1613 und im etwas kompakteren im NO (siehe Plate 80, auf page 1497) - genau wie hier visuell gesehen ! Im NO-Teil (dort wo man visuell das Mottling wahrnehmen kann) gibt es anscheinend mehr blaue Sterne und Sterngruppen, wenn auch richtig massive Cluster in IC1613 nicht gefunden werden (was bemerkenswert ist, rein von der Entfernung her, sollten sie unschwer detektierbar sein für Profi-Instrumente). Einzelsterne scheint es oberhalb von 18mag kaum zu geben, allerdings ist Freedman's Photometrie nicht vollständig von der Überdeckung her.

    Interessante Kenngrössen für IC 1613 sind ausserdem noch ihre relativ geringe Entfernung von ca 700 kpc (m-M = 24.2mag), und eine totale B-Helligkeit von -14.4mag. Ausserdem ist diese Galaxie wenig von galaktischer Staubabsorption beeinflusst, bei einer galakt. Breite von b=-60° sind Verfärbung und Absorption sehr gering. Auch intern scheint IC 1613 relativ wenig Staub zu enthalten (gute Sichtbarkeit von Hintergrundgalaxien durch IC 1613 hindurch).


    Feldgrösse 60 x 60', © STScI Digitized Sky Survey


    (6) Mayall II / G1 - Kugelsternhaufen in M31 (Gx-GC, And)

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    Ca 1.4° südwestlich entlang der Scheibe von M31steht der Stern HD 3431 mit 6.8mag Grösse. Etwa bis zu diesem Stern kann man heute im Feldstecher und Bigfinder die leuchtende Scheibe von Andromeda sehen. Ein wirklich fantastischer Anblick - so stellt man sich (vom Anblick auf Fotos) Andromeda wirklich vor ! Aber das Objekt hinter dem ich her bin, steht fast doppelt soweit vom Kern entfernt: 2.5°, das entspricht (in der Entfernung von M31) einem Kern-Abstand von mindestens 34kpc (110.000 Lichtjahren). Das erscheint verdammt weit, selbst im Vergleich zur riesigen Scheibe von M31 ! Andererseits kann man das vergleichen mit der galaktozentrischen Entfernung des 'Intergalactic Wanderer' NGC 2419, einem GC im Halo der Milchstrasse. Er bringt es sogar auf 300.000 Lj Distanz vom Zentrum ! Insofern ist also die Position von Mayall II vom Anblick her eindrucksvoll, aber keineswegs unmöglich für einen Kugelsternhaufen.

    Mit dem Bigfinder ist Mayall II alias G1 schnell gefunden. Er ist auch mit 13.75mag Gesamthelligkeit keineswegs ein schwieriges Objekt - ich habe ihn schon in meinem 8" Newton gesehen (BB vom 04.09.2005). Ohne Zweifel ist er aber ein aussergewöhnlich leuchtkräftiger GC: 1mag leuchtkräftiger als ω Cen und sogar 2.5mag leuchtkräftiger als M13 ! In die Parameter-Korrelationen von M31-Kugelhaufen passt er aber dennoch - siehe Rich et al. (1996) - es muss also kein wirklich absonderliches Objekt sein, wie manchmal spekuliert wird. Einwandfrei und sehr schön zu sehen ist heute - bei gutem Seeing - die Konstellation mit den 2 umgebenden Sternen, die man von Hubble-Fotos kennt - ich habe auf dem DSS-Bild (siehe unten, im Original entsprich 1pixel = 1arcsec) mal nachgemessen: die Distanz zu Mayall II beträgt jeweils ca 9arcsec.

    Von einer Flächigkeit des GC kann ich - trotz sehr gutem Seeing - aber leider nichts sehen, muss ich sagen - der Kern sieht für mich stellar + ohne Ausdehnung aus - jedenfalls im Vergelich zu den beiden Sternen. Es ist also erstmal sehr zu bezweifeln, ob meine eigene Beobachtung in 8" damals real war. Wahrscheinlich habe ich vielmehr die beiden Begleitsterne bei schlechterem Seeing für Flächigkeit gehalten. Aber kann man die Flächigkeit wirklich sehen ? Ich habe mir dazu zuhause nochmal das Helligkeitsprofil von Mayall II in dem Paper von Mike Rich et al. (1996) (aus Hubble-Daten) angesehen. Das Helligkeitsprofil ist als V-Flächenhelligkeit SB [mag/sas] in Einheiten des Core-Radius rc (nicht direkt in arcsec!) angegeben. Der Core-Radius ist der Radius bei dem die Flächenhelligkeit (SB surface brightness) um einen Faktor 2 (in Flusseinheiten, also z.B. Photonen/sec) abgefallen ist, in Magnituden bedeutet das einen Abfall um 0.75mag. Der Core-Radius von G1 ist rc = 0.54pc, entsprechend rc = 0.142". Aber bis zu welchen SBs kann man visuell sehen ? Das ist nicht so leicht zu sagen - weil das auch von der Grösse des Gebiets abhängt - aber ich entnehme dem Diagramm mal folgende Durchmesser-Kennzahlen (2x Radien!): für SBlimit = 22mag/sas, ist D = 10", für SBlimit = 20mag/sas, ist D = 4", für SBlimit = 17mag/sas, ist D = 1.5". Diese Zahlen gelten allerdings für 'Hubble-Seeing', das Seeing am Boden verändert diese Werte. Zumindest kann man die Zahlen aber mal zusammen mit dem Hubble-Bild (Abstand Vordergrundsterne = 9") zur groben Einschätzung benutzen. Es ist sicher nicht komplett easy, eine SB von 20-22mag/sas zu sehen, wenn (i) die Fläche dieser Helligkeit so klein ist und (ii) 2-5arcsec (= 1 Radius) entfernt sozusagen noch ein (überstrahlender) 13.5mag Stern (der GC-Kern !) steht. Die Sichtung der Flächigkeit wird also wohl schon gutes Seeing + und sehr guten Himmel erfordern ...

    Beim Recherchieren bin ich im nachhinein drauf gestossen, dass doch schon einige Kollegen (Steve Gottlieb, Uwe Glahn, Jens Bohle, Christian Busch) tatsächlich schon Flächigkeit gesehen haben. Diese erscheint allerdings - siehe Uwe's Zeichnung - eher als 'Stern mit abgesetztem Halo' drumherum. Das war wohl mein Fehler, ich hatte eher einen dicken Core erwartet, aber der Core bleibt wohl ziemlich stellar und erst weiter draussen nimmt man dann den Halo des GC bei schwacher SB wahr. Da war ich also wohl schon zu müde (dazu unten mehr) und eben nicht hartnäckig genug, damn it.

    Da capo, das nächste Mal also, G1 ... !


    Feldgrösse 20 x 20', © STScI Digitized Sky Survey


    (7) Andromeda M31 (Gx, And)

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    Wie sieht es eigentlich mit anderen Details in M31 aus ? Ich schaue etwas spazieren. Nochmal bei AE And vorbei, dem LBV, den ich schon im BB vom 27.08.2008 beobachtet hatte. Er ist noch immer relativ einfach auszumachen, OK.

    Natürlich sind bei diesem Himmel auch die grossen Staubstreifen in M31 in Richtung M110 (NGC205) prominent zu sehen. Wie steht es aus denn mit den klein-skaligen Staubfilamenten, die man auf CCD-Aufnahmen sehen kann ? Ich schaue mir mal den Bulge von M31 ein bisschen intensiver an. Der Kern ist fast, aber nicht perfekt, stellar. Nach aussen hin kann ich - ausser den grossen Streifen - allerdings keine weiteren Staubdetails direkt sehen. Dennoch scheint - mit indirektem Sehen - der Bulge nicht völlig perfekt glatt zu sein. Eine leichte Andeutung von Struktur (Mottling) scheint es zu geben, aber wirklich nur an der Grenze des Wahrnehmbaren. Ich habe leider auch keine guten Fotos des Bulges dabei (das muss ich bei Gelegenheit nachholen), wo ich die genauen Positionen von Staubstrukturen sehen könnte.

    Beim Überflug fällt mir auch noch die klare Strukturierung der Scheibe im SW auf. NGC 206 als besonders dichte Wolke sticht klar heraus. Es ist sehr gut sichtbar, wie NGC 206 den Umkehrpunkt des Spiralarms markiert, der sich Richtung SO/O fortsetzt. Der Arm ist von Dunkelwolken eingefasst, dadurch kommt er wirklich wie eine Art Ring daher. Es erinnert mich stark an Aufnahmen von M31 im Röntgenlicht, dort sieht man auch eine ähnliche Ringstruktur. Wirklich sehr eindrucksvoll zu sehen heute nacht. Die Beobachtung der Details in NGC206 braucht noch Vorbereitung (die Diskussion 'Einzelsterne oder Cluster' kocht noch :-) und kommt das nächste Mal dran...

    Letztlich lege ich mich nochmal beschaulich auf den Boden und gucke mir M31 und unsere riesige Milchstrasse zusammen an. Wenn ich das tue, stehe ich also sozusagen auf der Scheibe unserer Galaxis als Fussboden und schaue rüber auf unsere 2 Mio Lichtjahre entfernte Nachbargalaxie, die etwa 20° über der Ebene unserer Spiralarme steht. Unsere Galaxis rotiert etwa in Richtung Deneb (l = 90°), während M31 ca 30° (l = 120°) weiter den Äquator entlang positioniert ist, d.h. wir sind gerade dabei, uns an Andromeda vorbei zu drehen - sie ist noch nicht ganz ausserhalb von uns (l = 180°, gegenüber dem gal. Zentrum). Aber das wird wohl nur noch etwa 35 Mio Jahre dauern - das ist ein Witz auf galaktischer Zeitskala - dann rauschen wir an ihr vorbei ...

    Diese Vorstellung beim Beobachten ist schon echt ein ziemlicher thrill ! :-)



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    (8) M33 und NGC 604 (Gx, Tri)

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    Dann natürlich M33 ! Was macht der Himmel hier aus ? M33 ist ja extrem empfindlich auf Himmel ! Die 1+3 Spiralarme sind wirklich offensichtlich zu sehen. Auch der mittlere im Süden, der ja schon recht weit nach aussen reicht und rechtwinklig nach Norden abknickt. Neu heute jedoch sind die äusseren Arme, die man eben auch sieht ! Noch jenseits des Südarms und jenseits des Nordarms ! Auf den Fotos hat man sich ja an den Anblick gewöhnt, aber visuell sind die äusseren Arme meiner Erfahrung nach schwierig - zumindest bei <21.4mag/sas Himmel. Der Anblick heute kommt dem DSS Bild unten schon langsam nahe - das Ding ist > 1/2 ° gross !

    Ein interessantes Objekt heute auch NGC 604, am NW-Ende des (inneren) Nordarms - es zeigt beim guten Seeing einige Details: in der Mitte befindet sich eine Art Riss (schmales Dunkelgebiet), der das HII-Gebiet in 2 ungleiche Hälften teilt.


    Feldgrösse 45 x 45', © STScI Digitized Sky Survey


    (9) Der LBV 'Var B' in M33 (M33-LBV, Tri)

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    Auf den Alpenhimmel hatte ich auch schon lange gewartet, weil mir noch einige schwache Zuckerchen in M33 fehlen. Unter anderem ein grenzwertig heller Luminous Blue Variable (LBV) in M33 mit dem lautmalerisch klangvollen Namen 'Var B'. Ich hatte ja schon im BB vom 06.08.2008 von meinem ersten Versuch berichtet - damals war nichts zu machen ! Ich hatte mir kürzlich auch mal ein paar neuere M33-Shots von den Fotokollegen in den Nachbarthreads angesehen, und da waren meine Hoffnungen auch schon etwas gesunken. Var B ist im Moment relativ schwach und wohl nicht im Ausbruch wie sein Kollege AE And (ein LBV in M31, siehe BB vom 27.08.2008). Aber versuchen wollt ich's dennoch ... wenn überhaupt dann heute Nacht am Grossglockner !

    Die Auffindung der Position von Var B geht mir mittlerweile schon auswendig von der Hand. Er ist mit Hilfe einer schräg verlaufenden 4er-Sternenkette knapp nördlich des Kerns von M33 relativ leicht zu lokalisieren, zumindest grob. Dann beginnt aber das leidige Gezacker um jedes einzelne Photon. Bis auf ein paar Bogenminuten bin ich dran. Ich kann den - auf dem DSS schwach aussehenden - Doppelstern ca 2' südöstlich von Var B eigentlich ganz passabel sehen (am Übergang direkt/indirekt). Dann aber Var B... hm, hm .. ich kann mich letztlich nicht wirklich 100%ig überzeugen. Ich bilde mir ein, indirekt und mit letzter Kraft manchmal etwas an der richtigen Stelle gesehn zu haben, aber wirklich grenzwertig ! 'Gesehen' ist für mich i.a. etwas anders, aber es könnte sein ... :-) Auf jeden Fall ist das Ding (zur Zeit - variabel auf Zeitskalen von Jahren !) grenzwertig im 20er auch bei 21.5mag/sas Himmel.

    Unten - für alle die mal nachbeobachten möchten - die markierte Aufsuchkarte aus dem DSS. Die genauen Koordinaten (2000.0) sind: α = 01h33m49s δ = +30°38'09''. Der Stern schwankt in der Helligkeit im Bereich mv = 15.0 - 17.4mag.

    Nähere Informationen zur interessanten Physik von LBVs gibt es in meinem Bericht über den LBV AE And in M31.

    Good luck ! :-)


    LBV Var B in M33
    Feldgrösse 15 x 15', © STScI Digitized Sky Survey


    (10) IC 434 und Pferdekopf-Nebel (DN, Ori)

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    Feldgrösse 60 x 60', © STScI Digitized Sky Survey


    (11) Barnard's Loop (Neb, Ori)

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    (12) M42 (Neb, Ori)

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    Feldgrösse 60 x 60', © STScI Digitized Sky Survey


    (13) M1 - Crab (PN/SNR, Tau)

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    Feldgrösse 15 x 15', © STScI Digitized Sky Survey


    (14) Ein paar Rausschmeisser vor dem Zubettgehen

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    (15) Resumee zum Beobachten in den Hochalpen

    Wie war nun das Beobachten in der Höhe (immerhin 2570m üNN) ? Ja der Himmel war sehr gut (wenn auch nicht jenseits von 'fantastisch'), auch das Seeing war sehr gut. Von daher perfekte Bedingungen, wenn man mal von der erhöhten Himmelshelligkeit in der 2. Nachthälfte absieht. Ich habe viele Objekte deutlich besser gesehen als bisher bekannt. Die Milchstrasse war toll zusehejn, ebenso der Rundumblick super eindrucksvoll, und die Stimmung mit den Bergen ringsum - das war es alles schon absolut wert !

    Dennoch, ich war irgendwie müde und etwas ballaballa, Schwindelprobleme hatte ich auch (nach schnellen Bewegungen). Ich bin die Höhe nach dem Sommer nicht mehr gewohnt (im Winter wäre das anders nach dem Skifahren :-). Auch hatte ich etwas Probleme manchmal das Notebook (wie immer auf rote Schrift umgestellt) abzulesen. Das alles sagt mir, dass die Höhe wohl doch etwas zuviel des Guten war. Sicher die Beeinflussung der Objekte durch die Atmosphäre nimmt mit der Höhe ab... aber mein Eindruck war: ...die Leistungsfähigkeit des Beobachters eben auch ! (unter Umständen und je nach Person verschieden, klar !). Hoch hinaus um absolut jeden Preis ist, denke ich, nicht unbedingt das Gebot beim Beobachten. Zusammen mit dem für die meisten doch langen Anfahrtsweg bis zum Alphenhauptkamm (Grossglockner) bin ich nicht mehr so sicher, ob das *DAS* grosse Wunschziel für mich ist. Im Südschwarzwald (von mir 2h entfernt) auf 1500m hatte ich schon ähnlich gute Nächte, und das ohne die geringsten physiologischen Probleme. Dann die Erreichbarkeit im Winter - auch ein Problem. Sicher haben die Kollegen unter uns, die nahe an den Alpen wohnen (und deshalb auch besser und dauerhaft höhenadaptiert bleiben; Sauerei Uwe ! :-), einen grossen Vorteil. Aber zusammenfassend muss ich sagen: der Südschwarzwald ist auch nicht schlecht. Dies sei mal beruhigend für alle jene gesagt, die seit Jahren auf eine Alpennacht lechzen (wie ich :-).

    Gut, ich hab auch nochmal mit Uwe gesprochen: er sagte schon die Nacht sei nicht eine der besten gewesen. Es geht also noch besser. Hm, hm... grübel... also werde ich doch nochmal zum Glockner kommen müssen ! :-)

    Impressionen am Morgen


    Blaue Stunde
    (Blick nach Nordosten zum Dachstein)



    Der Nebel im Tal !
    (Blick nach Nordwesten, Richtung Zell am See)



    Die Sonne kommt !
    (Blick nach Südosten)



    Auf den Gipfeln geht die Sonne auf !
    (Morgenstimmung am Parkplatz auf der EDWS, Blick nach Südwesten)



Version: 13.11.2008
Initial: 27.10.2008
© 2008 by P. Surma